48 Stunden Neukölln – Das Kunstfestival
27. bis 29. Juni 2014

Jahresthema: Courage. Inhaltliche Schwerpunkte: Zentrale Ausstellung und „Rosa Route“
Das diesjährige Kunstfestival 48 STUNDEN NEUKÖLLN steht unter dem Jahresthema „Courage“. Rund 300 künstlerische Projekte werden im Rahmen des Festivalwochenendes an etwa 200 Orten präsentiert. Daneben sind rund 100 Offene Ateliers und Galerien beteiligt und zeigen als assoziierte Orte ihr eigenes Programm. In den Neukölln Arcaden in der Karl-Marx- Straße wird eine kuratierte Ausstellung präsentiert, die wichtige Aspekte des Jahresthemas artikuliert.

In der zentralen Ausstellung in den Neukölln Arcaden werden Projekte präsentiert, die unterschiedliche Aspekten eines politischen oder gesellschaftlichen Engagements behandeln. So fragt sich der Straßenfotograf Holger Biermann angesichts seines prekären Lebens als Künstler in Berlin: „Woher den Mut nehmen weiterzumachen?“ Zofia Nierodzinska dringt als Performerin allein und unabgesprochen in die männerdominierten Umgebung einer Shisha-Bar ein. Simon Maris stellt sein internationales Forschungsprojekt über die Einflussnahme von KünstlerInnen auf Problemfelder im urbanen Umfeld vor. Barbara Duisberg überführt Pressefotografie aus Tschetschenien und Rio de Janeiro in Malerei und Carla Mercedes Hihn verarbeitet ihre Erfahrungen während der Proteste im Gezi-Park in Istanbul. Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden Projekte, die das bestehende Finanzsystem hinterfragen und neu denken. Das Projekt „Dutch Courage“ (englisch für „sich Mut angetrunken haben“) von Janine Eggert, Marte Kiessling, Phillipp Ricklefs und Christofer Sage dreht die typische Berliner Vernissage um, auf der Kunst kostenlos konsumiert und für die Getränke bezahlt wird. Die Besucher sind aufgefordert, einen von KünstlerInnen gestalteten Bierkrug zu erwerben, in den dann Freibier ausgeschenkt wird.

Weitere KünstlerInnen sind u. a. Andrea Behrendt, Kat Citroen, Damian France, das Frauenmuseum Berlin, Vince van Geffen, Katrin Glanz, annette hollywood, Sven Kalden, Sabia Khan, Doris Koch, Tanja Meyle, Elke Mohr & Ingeborg Lockemann, der Neuköllner Tauschring, Christina Paetsch & Stefan Fahrnländer, Munich Kiev Queer, Tine Schumann, Robert Storkowy und Klaus Walter.
Das Thema Queerness/LGBT ist in letzter Zeit in Neukölln immer sichtbarer und wichtiger geworden. An unterschiedlichen Veranstaltungsorten und in diversen Kunstkontexten werden daher Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen, Filmbeträge und Performances stattfinden, die das zum Teil unangepasste Leben in Neukölln darstellen oder den Blick auf Regionen in der Welt richten, wo sexuelle Diversität nur unter großen Gefahren gelebt werden kann. In einer eigenen Festivalreihe werden queere Orte und Veranstaltungen zu einer „Rosa Route“ zusammengefasst, um nachhaltig ein Networking zwischen alten und neuen Institutionen, Künstler_innen und Mitbewohner_innen zu ermöglichen.

48 Stunden Neukölln ist ein Forum für künstlerische Projekte aller Sparten der Berliner Kunstszene. Das Festival präsentiert und fördert Kunst, die einen Beitrag zur Diskussion aktueller gesellschaftlicher Themen leistet und diese reflektiert. Seit der Gründung 1999 hat sich 48 Stunden Neukölln mit seinem Vorbildcharakter als Berlins größtes freies Kunstfestival etabliert. Die hier entstandenen künstlerischen Arbeiten wirken als Impulse weit über Berlin-Neukölln hinaus, beziehen Stellung zu gesamtgesellschaftlichen Fragen und fördern einen nachhaltigen Austausch mit der internationalen Kunstszene.
48 Stunden Neukölln wird organisiert und koordiniert vom Kulturnetzwerk Neukölln e.V. Eine Grundfinanzierung stellt das Bezirksamt Neukölln sicher. Viele weitere Stiftungen, Partner und Sponsoren tragen dazu bei, dass sich Neukölln mit seinem Kunstfestival alljährlich von seiner besten Seite präsentieren kann.