Werdegang / Ausbildung: 
Der Zufall hat ihn zum Aktivisten gemacht. Als der heute 30-Jährige vor fünf Jahren nach Kiew zog und sich nach einem Job umsah, war im Schwulenzentrum eine Stelle frei. Stanislaw Mischtschenko stieg als Social Worker für die NGO Gay Alliance ein, die das kleine Community-Center im Zentrum der Hauptstadt betreibt. Inzwischen ist er Projektmanager der Schwesterorganisation Gay Alliance Ukraine; ihr Schwerpunkt liegt auf der politischen Arbeit. Seit 2012 kümmert sich Mischtschenko außerdem als International Secretary des KyivPride um die Kooperationspartner des Kiewer Christopher Street Day, die in ganz Europa sitzen. Von Beruf ist Mischtschenko eigentlich Manager of International Business. Zuletzt hat der Ukrainer für eine Hochzeitsagentur gearbeitet. Be Loved hieß die und Stanislaw Mischtschenko war da - 2010 - schon geschieden. Lange genug hatte er sein Schwulsein ausgeblendet. Stanislaw Mischtschenko ist ein vielseitiger Mensch. Neben seiner Arbeit hat er immer schon Musik gemacht und lange als Keyboarder für die Heavy-Metal-Band "Mournful Gust" gespielt. Er zeichnet ein wenig, macht Graphik-Design. Der Lomo-Photographie gehört Mischtschenkos Liebe erst seit Kurzem. In München, als der Aktivist erstmals zum Christopher Street Day eingeladen war, hat er sich im Deutschen Museum eine Diana Mini gekauft. Diese Kamera, die in den 60ern zuletzt in Hong Kong hergestellt wurde, gibt es heute wieder in Österreich. Mit ihr hat der Ukrainer seine ersten Fotos geschossen.
Wichtige Projekte / Ausstellungen: 
Stanislaw Mischtschenko hat in München bereits zwei Ausstellungen mit Lomo-Photographien präsentiert. Stets kreisen sie um das Thema Ausgrenzung und Diskriminierung einer Minderheit. 2013 war die Ausstellung "K-People - Queeres Leben in Kiew" gleich an zwei Orten zu sehen - im Münchner Schwulenzentrum Sub und im bayerischen Landtag. "K-People" zeigt Portraits von Lesben, Schwulen und Transgender in der für die Lomographie unverfälschten Unperfektheit, die das Wesen der über 60 Photographien ausmacht. Mischtschenko zeigt die Menschen seiner nahen Umgebung so, wie sie sind, verletzlich, versteckt, voller Emotionen. Anfang dieses Jahres hat die Münchner Glockenbachwerkstatt die Ausstellung "K-olours – Die verborgenen Farben Kiews" präsentiert. Der Kiewer Aktivist zeigt darin Silhouetten von Lesben, Schwulen und Transgender, die er - mittels Doppelbelichtung - mit den Farben seiner Heimatstadt ausgefüllt hat, mit Ansichten von Plätzen, Straßen, Parks und Hauswänden. Er inszeniert so die innere Schönheit dieser Menschen, die sich in einer homophoben Gesellschaft verstecken müssen und doch - wie jeder andere Mensch -zum Reichtum der Ukraine beitragen. Richtig kombiniert ergeben sämtliche 30 Photographien einen Regenbogen, das Symbol der Lesben-, Schwulen- und Trans-Bewegung weltweit.